Kontrolle Wasserversorgung

Interview mit Stadtrat Patrick Stutz

Hanspeter Clesle (Gemeinderat EVP) im Interview mit Stadtrat Patrick Stutz (SVP) betreffend der Kontrolle der Wasserversorgung.

 

Hanspeter Clesle

Betreffend dem "Fernmeldesystem" für die Wasserversorgung in Adliswil, bestehen einige Unklarheiten. Besten Dank Patrick Stutz, dass du für das Interview zur Verfügung stehst.

Können mit diesem Kontrollsystem biologische und chemische Verschmutzungen in unseren Leitungen der Wasserversorgung festgestellt werden? Wenn ja, wie und in welchem Zeitrahmen?

 

Patrick Stutz

Mittels Sonden werden Verschmutzungen sofort erkannt und via Oneline unmittelbar der Firma gemeldet, die den Onelinemonitoringauftrag für eine 24-Stundenueberwachung erhalten wird. Diese wertet den Alarm aus und kann im Ernstfall den Pikettdienst der Wasserversorgung Adliswil (Betriebsfuehrungsmandat durch Erdgas Zuerich) alarmieren und die Art der Verschmutzung mitteilen.Die geplanten zum Einsatz kommenden Sonden werden Summenparameter permanent messen je nach deren Standort (Quellen=Truebung, Grundwasser Soodmatte und Sihlweid= Nitrat, DOC/SAK254, Truebung, Derivativspektren, pH, Leitfaehigkeit, Temperatur, Hallenbad/Soodring= SAK254, Truebung, pH, Leitfaehigkeit, Temperatur) je nach Gefahrenquelle (Landwirtschaft, Strassen, Industrie, Sihl, Verteilung Kontamination. Biologische und Chemische Verschmutzungen koennen so festgestellt werden. Bakterielle Verschmutzungen (Keime) koennen so nicht festgestellt werden, da diese rund 48 Stunden benoetigen, um sich entsprechend zu entwickeln. Eine rein bakterielle Verschmutzung ist jedoch praktisch ausgeschlossen.

 

Hanspeter Clesle

Sind bereits Abklärungen getroffen worden, ob und wie Synergien genutzt werden können mit der Gasversorgung Zürich respektive der Wasserversorgung Zürich? Ich denke da an das Alarmierungskonzept, Überwachung usw.

 

Patrick Stutz

Konzept ist, sollte beim Onelinemonitoring ein Alarm auftreten, dass entsprechend nach Auswertung unmittelbar die Wasserversorgung Adliswil vertreten durch Betriebsfuehrungsmandat Erdgas Zuerich alarmiert wird, um entsprechende Massnahmen zu treffen. Die Erdgas Zuerich stellt schon heute ein 24 - Stundenpikettdienst. Durch das Onelinemonitoring wird der Auftrag der Erdgas Zuerich nicht groesser und erhalten auch kein Geld dafuer. Die Erdgas Zuerich kommt fuer das Onelinemonitoring nicht in Frage. Die Wasserversorgung Zuerich, die bereits ueber ein Onelinemonitoring verfuegt, wird zur Offertstellung noch eingeladen.  

 

Hanspeter Clesle

Wo neben Zürich wird das System schon erfolgreich eingesetzt?

 

Patrick Stutz

Neben der Stadt Zuerich sind dies Lugano und Giubiasco, wo das System erfolgreich im Trinkwasserbereich eingesetzt wurde. Im Vorprojekt stehen weiter die Wasserversorgung Kanton ZH und St. Gallen.Weitere Referenzen im Bereich Messonden und Onelinemonitoring sind unter www.unimon.ch aufgefuehrt (unter anderem auch die ARA Sihltal).

 

Hanspeter Clesle

Welche alternative(n) zu diesem System wurden geprüft?

 

Patrick Stutz

Neben den bereits durchgefuehrten Kontrollen und dem Onelinemesssystem ist uns kein anderes System bekannt, das eine permanente Kontrolle ermöglicht.

 

Hanspeter Clesle

Welche Fakten waren ausschlaggebend, dass man sich für dieses System entschieden hat?

 

Patrick Stutz

Ausschlaggebend war die durchgefuehrte Gefahrenanalyse, die uns Schwachpunkte in unserem Netz aufzeigte. Eine einfache permanente 24-Onelinekontrolle erachten wir als sinnvoll. Daraus ergab sich das System.

 

Hanspeter Clesle

Patrick Stutz, ganz herzlichen Dank für das Gespräch.

 

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